Presse: Bitterer Abstieg am Grünen Tisch

Quellenangabe: Freisinger Tagblatt vom 30.01.2026, Seite 39, BERND HEINZINGER

Freising – Direkt nach der vergangenen Oberliga-Saison herrschte bei den Freisinger Ringer noch Euphorie pur. Als Vorletzter hatten sie vermeintlich den Klassenerhalt geschafft, denn üblicherweise muss nur eine Mannschaft den Weg nach unten antreten. Die bittere Wahrheit lautet nun jedoch, dass es auch die Domstädter erwischt hat.
Sauer auf den BRV: SpVgg-Vizevorsitzender Christian Hennerfeind. © Privat

Der Grund: Die Erste Mannschaft von Johannis Nürnberg stieg in die Regionalliga ab, der SV Siegfried Hallbergmoos als deren Meister machte vom Aufstiegsrecht nicht Gebrauch – eine Pflicht gab es bekanntlich nicht. Dazu kommt, dass die Zweite Nürnberger Mannschaft als Oberliga-Meister nicht hochdarf, weil in der Regionalliga künftig die Erste ringt. Und beide dürfen nicht gleichzeitig in einer Klasse antreten.

Bei den Freisingern wusste man zunächst nichts von dieser Hiobsbotschaft. Erst auf Hinweis des Freisinger Tagblatts wurden sie aufmerksam darauf, dass eine Einteilung in der Bayernliga erfolgen sollte. Neben dem Schock, dass es ausgerechnet seine Mannschaft traf, sorgte dies beim Zweiten Vorsitzenden Christian Hennerfeind für zusätzlichen Ärger: „Es ist einfach katastrophal, dass eine Kommunikation seitens des BRV (Bayerischer Ringer-Verband) nicht stattfand.“ Gerne hätte man den Abstieg am Grünen Tisch früher erfahren, um das Ganze auch intern publik zu machen: „Wir konnten den Ringern nicht sagen, dass sie sich darauf einstellen müssen. Jetzt haben sie es gleichzeitig mit uns erfahren.“

Noch in einer E-Mail am 27. Januar an Ligen-Referent Jens Heinz versuchte Hennerfeind mit Hinweis auf einige Paragrafen, dem Abstieg entgegenzuwirken. In einer langen Antwort begründete dieser jedoch den Schritt und verwies dabei auf den Punkt 4.2 unter den Richtlinien. Darin steht, dass „aufgrund von Bundesliga-Abstiegen weitere Mannschaften zum Abstieg herangezogen werden können“. Man habe in einer zeitintensiven Prüfung alle möglichen Optionen untersucht – und die Entscheidung gegen Freising sei nicht leichtgefallen, so Heinz weiter in der E-Mail.

Der Zweite Vorsitzende betonte daher, dass der Verein auf Rechtsmittel verzichten werde: „Das Ganze ist nicht unbegründet, aber ist einfach verdammt blöd, dass es uns trifft.“ Es helfe jetzt aber nichts und die Freisinger müssten das Beste aus der Situation machen – also nächstes Jahr sportlich den Wiederaufstieg schaffen.

Trainer Richard Schuhböck sprach hingegen von einer „absoluten Sauerei“. Er kritisierte, dass es von der Regionalliga keine Aufstiegspflicht zur 2. Bundesliga gibt: „Das ist einfach kacke.“ Es gehe ums Sportliche und die Fairness: „Wir haben Zeit, Geld, Nerven und vieles mehr investiert für den Klassenerhalt. Und jetzt das.“

Auch für Schuhböck stellt die fehlende Kommunikation seitens des Verbands ein besonderes Ärgernis dar: „Das kann einfach nicht sein.“ Das Ziel lautet jetzt auch für ihn ganz klar Wiederaufstieg: „Das wird aber sicherlich kein leichtes Unterfangen.“